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SP-Kaipel gegen frühzeitige Öffnung des Arbeitsmarktes ab 2009

2. September 2007
Stattdessen brauchen wir eine massive Ausbildungsoffensive der eigenen Jugend.

SPÖ-Nationalrat Ing. Erwin Kaipel spricht sich klar gegen den Plan von Vizekanzler Molterer und Wirtschaftsminister Bartenstein (beide ÖVP) aus, den heimischen Arbeitsmarkt bereits ab 2009 frühzeitig für Bürger aus den neuen EU-Ländern zu öffnen.

Den Bedarf an Facharbeitern durch eine frühzeitige Öffnung des Arbeits­marktes zu decken, würde die heimischen Arbeitslosen dauerhaft aus dem Arbeits­markt ausklinken und die strukturelle Arbeitslosigkeit laufend erhöhen. Da der Fach­ar­beit­er­mangel hausgemacht ist, muss er auch im Inland beseitigt werden. Wir müssen den wirtschaftlichen Aufschwung und die Hochkonjunktur nutzen und mit einer massiven Ausbildungsoffensive selbst mehr Lehr­linge ausbilden, damit wir in Zukunft genügend qualifizierte Fachkräfte haben, sagte Kaipel gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Wenn die Wirtschaft über Facharbeitermangel klagt, muss man sich schon ansehen, was die Unternehmen selber dafür tun. 1980 gab es in Österreich noch 194.000 Lehrlinge, 2006 waren es nur mehr 126.000. Das ist ein Rückgang von fast 70.000 Lehrlingen in den letzten 26 Jahren, so Kaipel.

Man kann nicht immer den Facharbeitermangel beklagen und nach einer vorzeitigen Öffnung des Arbeitsmarktes schreien, aber selbst nichts dazu tun, dass in Österreich genügend Fach­kräfte ausgebildet werden. Die Wirtschaft muss hier ihre Hausaufgaben machen und dafür sorgen, dass wieder mehr Lehrstellen angeboten werden.

Die SPÖ schlägt daher unter anderem folgende Maß­nah­men vor:

·        AMS-Massenkurse müssen abgespeckt werden. Keine Sinnlos-Kurse mehr. Dafür mehr Investitionen in echte Fachausbildungen.

·        Berufsausbildungsfonds, in den alle Betriebe einzahlen, zur Förderung von Betrieben, die Lehrlinge ausbilden.

·        Notwendig ist auch eine Modernisierung der Lehre und eine größere Durchlässigkeit in Richt­ung Reifeprüfung, sowie ein Ausbau von Lehren in überbetrieblichen Lehrwerk­stätt­en und ein schulisches Angebot mit hohem Praxisanteil, eine sogenannte ‚Berufs­fach­schule’, so Kaipel abschließend.



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