gvv Aktuell

Frei leben ohne Gewalt

22. November 2007
Fahne vor Landhaus-Alt gehisst als überparteiliches Statement gegen Gewalt an Frauen

Eisenstadt, 23. November 2007. Frauenlandesrätin Verena Dunst hat ein überparteiliches Fahnenhissen als Statement gegen Gewalt an Frauen initiiert. Daran teilgenommen haben neben der Frauenlandesrätin SPÖ-Klubobmann Christian Illedits, ÖVP-Klubobmann Ing. Rudolf Strommer, GRÜNE-Klubobfrau Grete Krojer und LAbg. Gabi Arenberger (SPÖ). Die Fahnenaktion wurde 2001 von Terres de femmes im Rahmen der internationalen Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen entwickelt. Seither findet diese Aktion weltweit jährlich statt.

Im Rahmen der Fahnenaktion wurde auch eine Deklaration verlesen und von allen Anwesenden unterschrieben. Gewalt gegen Frauen geht uns alle an und ich freue mich sehr, dass wir heute geschlossen über Parteigrenzen hinaus hier stehen, sagt Frauenlandesrätin Verena Dunst. Die Aktion sei ein deutliches Statement gegen Gewalt an Frauen.

Es darf null Toleranz für Gewalt gegen Frauen geben, betont Dunst abschließend.

(Im Bild v.l.n.r.: LR Verena Dunst, Christian Illedits, LAbg. Gabi Arenberger, Ing. Rudolf Strommer, Grete Krojer)


Gemeinsame Erklärung der SPÖ-BürgermeisterInnen und SPÖ Frauen Burgenland:

Obwohl häusliche Gewalt die häufigste Form von Gewalt ist, zählt sie unserer Gesellschaft zu den Tabuthemen. Betroffene schämen sich und verbergen ihren Leidensweg, Nichtbetroffene sehen oft weg oder fühlen sich hilflos. Wege aus der Gewalt sind aber erst möglich, wenn das Schweigen gebrochen wird.

Gewalt gegen Frauen ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung. Der Ausbau der Rechte von Frauen auf ein selbst bestimmtes und eigenständiges Leben und die Verbesserung der Opferrechte hat höchste Priorität. Gewalt ist nie privat, sondern es ist Aufgabe des Staates, Menschenrechte und Menschenwürde zu wahren.
Gewalt gegen Frauen ist ein Ausdruck noch vorhandener Strukturen einer patriarchalen Gesellschaft als auch individueller Erfahrungen und Konfliktlösungsmuster. Präventiv muss bei der gesamtgesellschaftlichen als auch bei der individuellen Ursache angesetzt werden.
Gesamtgesellschaftliche Prävention umfasst alles, was geeignet ist,

•   ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem Gewalt gegen Frauen geächtet wird,

•   das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern zu beheben und die Gleichstellung in allen Lebensbereichen zu schaffen,

•   den Kreislauf der Gewalt über die Generationen hinweg zu durchbrechen.

Es ist eine Verpflichtung für die Gesellschaft, in Fällen von häuslicher Gewalt einzugreifen und durch Sprache und Handeln klare Botschaften an die Beteiligten zu übermitteln.
Unter diesen Gesichtspunkten setzt das Land Burgenland seit Jahren verschiedene Maßnahmen, die zur Unterstützung für von jeglicher Form von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern dienen, aber auch zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung. Auch in Zukunft wird das Land Burgenland sich dieser Verantwortung nicht entziehen und die Arbeit gegen Gewalt weiterführen.

Auch in diesem Jahr soll wieder im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen vom 25. November bis 10. Dezember auf die Situation dieser Frauen aufmerksam gemacht, die Öffentlichkeit sensibilisiert und das Tabuthema Gewalt weiter aufgebrochen werden.
 16 Tage gegen Gewalt an Frauen ist eine internationale Kampagne, im Rahmen derer jährlich weltweit vom 25. November bis 10. Dezember Fraueneinrichtungen in Form verschiedenster Aktivitäten auf die Bedrohung von Frauen durch männliche Gewalt aufmerksam machen. Eine davon ist das Anbringen von Fahnen mit der Aufschrift Frei leben - ohne Gewalt. Auch das Land Burgenland hat sich wieder dieser Aktion angeschlossen.
Im Rahmen dieser internationalen Kampagne für die Anerkennung von Frauenrechten als Menschenrechte sprechen wir, die Vertreterinnen aller politischen Fraktionen, uns parteiübergreifend gegen die Gewalt an Frauen aus.
Als Zeichen dafür hissen wir die Fahne frei leben - ohne Gewalt.



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