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Vorrang für’s Energiesparen: Burgenländisches Baurecht wird ökologisiert

11. März 2008
Klubchef Illedits: SPÖ will Burgenländern beim Geldsparen helfen
Eisenstadt, 11. März 2008. - Konsens gibt es jetzt über eine Novelle des burgenländischen Baugesetzes. Nach über vier Jahren intensiver Verhandlungen kommt es nun zur von der SPÖ angepeilten Ökologisierung der baurechtlichen Vorschriften, so Klubchef Christian Illedits bei der gemeinsamen Präsentation: Wir verankern beim Bau von Wohngebäuden Standards für das Energiesparen, die über die bundeseinheitlichen Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik hinausgehen. Außerdem wird der Energieausweis - als ökologischer ‚Typenschein’ für das Haus - umgesetzt. Das Baurecht fügt sich damit nahtlos in die burgenländische Klimaschutz-Offensive ein, deren Kern die von LH Hans Niessl vorbereitete Novelle der Wohnbauförderung darstellt. Eine Steigerung der Energieeffizienz sei eine wesentliche Vorleistung, um das Burgenland bis 2013 zur stromautarken Region machen zu können. Und für die SPÖ besonders wichtig: Mit stärkeren Anreizen zum Energiesparen helfen wir den Burgenländern auch beim Geldsparen. 
 
Anlass für die Novelle ist die EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie, deren Umsetzung seit 2002 fällig ist. Die SPÖ drängte gegenüber dem ressortzuständigen LH-Stellvertreter Steindl darauf, diese Anpassung für eine ökologische Weiterentwicklung des Baugesetzes zu nutzen. Wir haben dazu auch mehrere Anträge im Landtag eingebracht. Das Gesetz war eine ‚schwere Geburt’, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen, so Illedits. Die wesentlichen Eckpunkte:

• Bei der Festlegung der Energiekennzahlen für Wohnhäuser werden kräftige Impulse für einen niedrigeren Energieverbrauch beim Heizen und Kühlen gesetzt. Das Burgenland lehnt sich dabei an das Vorarlberger Modell an und verankert bessere Standards, als in den Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB) vorgesehen. Davon profitieren die Häuslbauer langfristig in Form niedrigerer Energiekosten, so Illedits.

• Bei Betriebsgebäuden übernimmt das Burgenland bewusst 1:1 die Richtlinien des OIB. Wir sichern damit die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Burgenland. Betriebe, die sich bei uns ansiedeln, sollen die gleichen Startbedingungen haben wie in anderen Bundesländern.

• Mit der Umsetzung des Energieausweises wird ein neues Instrument der Kosten-Planung etabliert. Was für das Auto der Typenschein ist, wird für das Wohnhaus in Zukunft dieser Energieausweis sein. Auch davon profitieren die Bürger: Denn sie verfügen in Zukunft bereits ab der Planung eines Bauvorhabens über nachvollziehbare Daten, um Energieverbrauch und -kosten abschätzen zu können. Und sie wissen beim Ankauf eines Althauses, was an Kosten auf sie zukommt.

• Eine vernünftige Lösung gibt es auch in einer - für moderne Häuslbauer nicht unwesentlichen - Detailfrage: Der aus Zivilschutzgründen vorgeschriebene Notkamin bleibt zwar weiter verbindlich, allerdings mit einer Ausnahme: Bei Passivhäusern, die einen Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/m”a aufweisen, kann darauf verzichtet werden. Damit beseitigen wir einen gesetzlichen Anachronismus, der vielen Bauherren ein Dorn im Auge war, so Illedits.

Die Novelle des Baugesetzes wurde dem Landtag bereits zugeleitet und wird voraussichtlich mit 1. Juli in Kraft treten.



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