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3 Millionen Nächtigungen im Tourismusland Burgenland bis 2013 - ein Ziel, viele Wege

17. März 2008
SPÖ-Ziele: Stärkung der Kleinbetriebe, Internationalisierung, Saisonverlängerung
Eisenstadt, 18. März 2008. - Das Tourismusland Burgenland bleibt auf Wachstumskurs. Auf der Basis des Rekordjahres 2007 sollen zusätzliche Investitionen, zielgruppenorientiertes Marketing und neue Aktivitäten mithelfen, den Aufschwung bis 2013 zu verstärken, skizzierte SPÖ-Tourismussprecher LAbg. Josef Loos heute die wesentlichen Herausforderungen: Um das Ziel von 3 Millionen Nächtigungen zu erreichen, müssen wir auf Internationalisierung und auf kreative Maßnahmen zur Verlängerung der Saison und der Aufenthaltsdauer setzen. Einen weiteren Ansatzpunkt sieht Loos in der noch stärkeren Betonung des Faktors Natur. Auch im Infrastrukturbereich gibt es in der laufenden EU-Förderperiode einen weiteren Ausbauschub: Neben der Seewinkeltherme und Projekten im Bereich der Qualitätshotellerie steht für die SPÖ die Stärkung der Klein- und Mittelbetriebe im Vordergrund.

Mit 2,7 Millionen Nächtigungen war 2007 für das Burgenland ein Rekordjahr. Dieser Erfolg ist nicht dem Zufall zu verdanken, so Loos: Das bisher erfolgreichste Jahr in der Tourismusgeschichte war nur möglich, weil alle Akteure in der Branche an einem Strang gezogen haben - und weil wir rechtzeitig die richtigen politischen Weichenstellungen vorgenommen haben. Mit dem Ausbau der Thermen und der Hotelinfrastruktur wurde vor allem im Mittel- und Südburgenland eine neue Angebotsstruktur geschaffen. Das Burgenland hat es geschafft, sich auf ein verändertes Urlaubsverhalten einzustellen, ist für jüngere Gäste und Gäste mit hohem Qualitätsanspruch attraktiv geworden, so Loos. Außerdem habe man sich - durch die Neuordnung der Neusiedler See Tourismus GmbH und der Thermenwelt rund um den Tourismus-Landesverband - auch organisatorisch für die oberste Tourismus-Liga fit gemacht.

Mehr Arbeitsplätze durch mehr Nächtigungen

Die SPÖ hat sich für die nächsten Jahre die Latte hoch gelegt: Bis 2013 soll die Zahl der Nächtigungen auf 3 Millionen angehoben werden. Dabei geht es uns nicht um eine vordergründige ‚Rekord-Jagd’ - wir wollen mit einem weiteren Wachstum dieser Branche die Wertschöpfung im Land und die Zahl der qualifizierten Arbeitsplätze für junge Menschen steigern, so Loos. Dafür gelte es auch, vorhandene Defizite abzubauen. Wir dürfen uns nicht selbstzufrieden zurücklehnen. In keiner Branche kann man so schnell wieder ins Hintertreffen geraten wie im Tourismus. Die wichtigsten Herausforderungen:

Aufenthaltsdauer verlängern. Seit Jahren sind die Zuwächse bei den Ankünften wesentlich höher als jene bei den Nächtigungen. Für uns ist das ein deutliches Signal, dass wir in die Beherbergungsinfrastruktur und in zusätzliche Rahmenprogramme noch stärker investieren müssen. Wir müssen aber auch trachten, unsere Gästeschicht zu verbreitern, einen besseren Nationen-Mix zu schaffen, so Loos: Unsere Devise lautet: Neue Märkte erschließen, ohne den österreichischen Gast zu vernachlässigen!

Internationalisierung forcieren. Der Anteil der österreichischen Gäste im Burgenland ist sehr hoch. Eine stärkere Internationalisierung sei sinnvoll. Loos: Der Landesverband Burgenland Tourismus bemüht sich intensiv, am slowakischen und ungarischen Markt Fuß zu fassen. Bereits jetzt haben wir zweistellige Zuwachsraten aus diesen Märkten. Auch in Tschechien müsse man jetzt noch stärker auftreten.

Kurs Richtung Ganzjahresdestination. Zusätzliche Angebote sollen mithelfen, die Aufenthaltsdauer zu verlängern und das Burgenland als Ganzjahres-Urlaubsregion zu etablieren. Das Thema ‚Wein und Kulinarik’ soll noch stärker in unsere Vermarktung einfließen. Veranstaltungen wie der ‚pannonische Herbst’ und das ‚Frühlingserwachen beweisen, dass dieses Angebot zunehmend auch als Reisemotiv wirkt. Eine besondere Chance sieht Loos in der Stärkung des Naturtourismus: Rund ein Drittel unserer Landesfläche stehen unter Naturschutz. Eine intakte Umwelt ist für immer mehr Menschen ein wichtiger Aspekt für die Urlaubsentscheidung. Die Unverwechselbarkeit unserer Natur ist eine große Chance für das Burgenland.

Trendsport Radfahren weiter fördern. In den letzten beiden Jahren wurde in eine Top-Infrastruktur bei den Radwegen investiert. Der Neusiedler See-Radweg B 10 zählt zu einer der schönsten Radstrecken in Österreich. Wir werden aber auch die Radwege im Südburgenland kontinuierlich ausbauen, so Loos. Ziel sei es, das Burgenland zur Top-Raddestination in Österreich zu machen und so von einem langfristigen Trend zu profitieren. Am 20. April fällt mit dem Anradeln der Startschuss für die heurige Radsaison.

Sport- und Kulturevents nutzen. Die EURO 2008 wird dem Tourismusland Burgenland vor allem über die Imagewirkung großen Rückenwind geben. Loos: Das wird ein medialer Paukenschlag. Ich erwarte mir von der EURO durch die Hundertschaft an Journalisten im Land beste Berichterstattung und damit nachhaltigen touristischen Nutzen. Die wesentlichen Akteure im Tourismusbereich bereiten sich auf diese Herausforderung jedenfalls mustergültig vor. 2009 werde das Burgenland mit dem Thema Haydn auch im Kulturbereich international groß auftreten, so Loos.

Höhere Förderungen für kleine Anbieter!

Für Loos steht aber auch fest, dass der Ausbau der Freizeit- und Hotelinfrastruktur noch nicht als abgeschlossen zu betrachten ist. Im Gegenteil: Zusätzliche Nächtigungen sind nur zu schaffen, wenn wir auch über mehr Betten und mehr Angebote verfügen. Wir müssen daher intelligent weiter investieren. Der SPÖ-Politiker verweist auf Investitionen wie die Seewinkel-Therme, den Bau eines neuen 4-Sterne-Hotels in Bad Sauerbrunn, den Ausbau des Freizeit- und Märchenparks St. Margarethen sowie weitere Vorhaben rund um die Therme Stegersbach.

Besondere Priorität für die SPÖ habe die Einbeziehung der kleineren Betriebe in die Qualitätsoffensive. Loos: Auf Initiative von LH Hans Niessl wurden die Fördersätze für die Klein- und Mittelbetriebe gegenüber der letzten EU-Förderperiode um 5 Prozent angehoben. Das ist ein wichtiger Impuls, um auch die kleinen Anbieter, vom Dorfgasthaus bis zur Privatpension, zu Investitionen in ihren Qualitätsstandard zu ermutigen.


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