gvv Aktuell

Hochwasserrückhalteanlage Stooberbach: Endabrechnung durchgeführt!

19. Oktober 2008
Stoob, am 16. Oktober 2008: Nach einer Bauzeit von ca. 7 Jahren - Spatenstich war im November 2001
wurde nun die Hochwasserrückhalteanlage Stooberbach, ein vorbildliches und herzeigbares Hochwasserschutzprojekt im ganzen Land, Anfang Oktober auch finanziell abgerechnet.

Die Gesamtbaukosten wurden seinerzeit auf ATS 40 Mio. (rd. 2,9 Mio. €) geschätzt. Die tatsächliche Endabrechnung betrug jetzt € 3.017.761,26, wobei für die Grundaufbringung insgesamt € 1.043.541,10 zu Buche stehen. Der Finanzierungsschlüssel wurde wie folgt festgelegt: 50 % Bund - 40 % Land - 10 % Gemeinden (davon 6 % Stoob, 3 % Oberpullendorf, 0,75 % Frankenau-Unterpullendorf, 0,25 % Lutzmannsburg).

Dieser Finanzierungsschlüssel wurde jedoch leider in keiner Bauphase eingehalten. Die Anteile des Bundes (vertreten durch das Landwirtschaftsministerium) waren in den Jahren 2000 bis 2007 mit Beträgen zwischen € 230.000 und € 500.000 im Rückstand, die mit Kreditfinanzierungen durch die Marktgemeinde Stoob kompensiert werden mussten. Die Zinsbelastung dafür von ca. € 120.000 muss von der Marktgemeinde Stoob aufgebracht werden. Jetzt noch - im Oktober 2008 - sind Bundesmittel in der Höhe von € 175.315,98 ausständig!

Trotz dieser Finanzierungsprobleme hat sich die Anlage bereits bewährt. Beim Hochwasser vom 26./27. Juni d.J. wurde das Becken mit einem Rückhaltevolumen von 400.000 m3 und einer Ausdehnung von 15 ha zur Gänze gefüllt (d.s. 400.000.000 l Wasser). Ohne das Rückhaltebecken wären seinerzeit 107 anstatt 57 m3/sec. im Stooberbach weitergeflossen und hätte gravierende Überflutungen und Schäden in den darunter liegenden Gebieten und Gemeinden angerichtet.
Neben der Schutzwirkung wurde bei der Errichtung auch auf die ökologischen Aspekte Rücksicht genommen. Es wurden 10.000 Sträucher und Bäume gepflanzt. Verschiedene Biotopflächen bieten wertvollen Rückzugsraum für Fauna und Flora. Auf der Dammkrone führt der Radweg R 50. Die gesamte Anlage wird mittlerweile als wertvolles Naherholungsgebiet angenommen und ist beispielgebend für das positive Zusammenwirken von Mensch und Natur.


zurück