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Post will mit ‚Kopfgeld-Erlass’ Kahlschlag durchziehen

23. November 2008
SPÖ-Klubchef Illedits kritisiert neuen Anlauf zu Postamtsschließungen
Eisenstadt, 24. November 2008. - Von einem Etikettenschwindel spricht SPÖ-Klubchef Christian Illedits im Zusammenhang mit dem von der Post AG angekündigten Vorhaben, großflächig Postämter durch Postpartner-Stellen auszutauschen: Damit ist die Katze aus dem Sack. Obwohl nach dem Postgipfel vorige Woche verlautbart wurde, dass die Schließungspläne des Managements gestoppt sind, soll der geplante Kahlschlag offenbar trotz aller Proteste beinhart durchgezogen werden. Illedits kritisiert vor allem die zwischen Post und Wirtschaftskammer Österreich akkordierte Vorgangsweise: Mit einer einmaligen Zahlung von 3.000 Euro sollen Private als Postpartner angeworben werden. Das kommt einer ‚Kopf-Prämie’ für Filialschließungen gleich. Denn ist das Postamt erst einmal weg, gibt es in der betroffenen Gemeinde keine Garantien mehr, wie es mit der Versorgung weiter geht. 

Die SPÖ lehnt die vom Post-Management eingeschlagene Vorgangsweise ab. Postpartner sind für uns nur als Ergänzungen zu einer intakten Versorgungsinfrastruktur durch vollwertige Postämter vorstellbar. Denn nur am Postamt kann die gesamte Dienstleistungspalette bis hin zum Zahlungsverkehr angeboten werden. Außerdem kann jeder private Postpartner seine Einrichtung ohne Angabe von Gründen jederzeit schließen - und die Bevölkerung steht dann ohne Versorgung da, argumentiert Illedits.

Neben der Ausdünnung des ländlichen Raumes hätte das neue Postpartner-Konzept auch dramatische Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, befürchtet Illedits: Ein umfassender Mitarbeiter-Abbau ist damit programmiert - auch wenn die Post-Führung jetzt behauptet, dass es 2009 zu keinen Kündigungen kommt. Die Belegschaft weiß, dass es sich da nur um eine ‚Galgenfrist’ handeln kann. Das Burgenland habe zwischen 2000 und 2006 die Hälfte der Postämter und rund 150 Post-Arbeitsplätze verloren. Weitere Einschnitte seien nicht mehr verantwortbar, betont Illedits und stellt drei Forderungen auf:

1. Unterstützung des von der Postgewerkschaft initiierten Volksbegehrens: Alle Gemeinden des Burgenlandes, auch jene die kein Postamt mehr haben, sollten dieses - auch wegen der zu erwartenden Postliberalisierung - unterstützen und in der Bevölkerung bewerben.

2. Der Gemeindebund, der die Postpartner-Pläne offenbar stillschweigend mitträgt, soll sich endlich klar deklarieren und den Überlegungen des Post-Managements eine eindeutige Absage erteilen.

3. Sofortige personelle Veränderungen im Bereich des Postmanagements. Wenn jetzt eine dritte Schließungswelle als ‚neues Postkonzept’ präsentiert wird und somit nahezu die Totalschließung aller Postämter in ländlichen Gebieten droht, muss man von Totalversagen auf Managementebene sprechen, so Illedits.



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