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Dickdarmkrebs-Vorsorgemodell mit neuem Testsystem für mehr Qualität

4. Februar 2010
DR Dr. Peter Rezar: Vorsorge zeigt in Oberpullendorf bereits positiven Effekt
Seit dem Jahr 2006 gibt es im Burgenland vom Bezirk Oberpullendorf ausgehend, wo man schon 1987 damit startete, ein flächendeckendes Dickdarmkrebsvorsorgemodell. In den letzten Jahren wurde das Modell laufend ausgeweitet und verbessert. Aufgrund der Weiterentwicklung der Diagnostik wird nun ein neues Testsystem, das mehr Qualität und eine einfachere Handhabung mit sich bringt, verwendet. Die Testauswertung der eingesendeten Vorsorge-Proben erfolgt ab sofort durch ein zentrales Labor. "Mit dem Vorsorgemodell konnte die Sterblichkeit an Darmkrebs deutlich verringert werden", erklärt Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar. Künftiges Ziel sei es, die Teilnahmeraten hoch zu halten, beziehungsweise in manchen Bezirken deutlich zu steigern und die Bevölkerung über hohen Nutzen der Vorsorge verstärkt zu informieren. Aus dem Oberpullendorfer Projekt ist das burgenlandweite Projekt "Burgenland gegen Dickdarmkrebs" geworden.
 
Bei der Vorsorgeaktion wurden von 2003 bis 2008 698.751 Teströhrchen verteilt - 234.808 wurden zur Auswertung retourniert, dabei hat es 21.000 mal ein positives Testergebnis gegeben. 347 Fälle zeigten einen besorgniserregenden Befund. "Die BGKK ist die zentrale Schaltstelle für das Vorsorgeprojekt. Sie hat eine eigene Abrechnungsstelle eingerichtet und ist für die finanzielle Abwicklung zuständig. Die BGKK wird auch künftig ihren Beitrag dazu leisten und ich hoffe, dass es uns gelingt, die Teilnahmerate weiter zu steigern", sagt Mag. Christian Moder, Direktor der Burgenländischen Gebietskrankenkasse.
 
Beim Vorsorgemodell spielen die Gemeinden eine entscheidende Rolle.
Positive Bilanz kann auch GVV-Präsident und Bürgermeister LAbg. Ernst Schmid ziehen - er sieht die Gemeinden als Nahversorger im Gesundheitswesen und als wichtiger Partner: "Seit 1999 ist Oggau beim Projekt `Gesundes Dorf` dabei. Dabei gab es auch zahlreiche Veranstaltungen über Dickdarmkrebs. In Oggau gibt es eine Rücklaufquote von rund 70 Prozent. Je größer das Engagement der Gemeinde, umso höher die Teilnahmeraten", so Bgm. LAbg. Schmid.
 
Im Einführungsjahr entstehen Kosten von 207.000 Euro - in den Jahren 2011 bis 2013 werden die Kosten bei gleich bleibender Teilnehmerrate jährlich 321.000 Euro betragen.


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