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GVV Burgenland untersützt Plattform gegen Schweinemastbetrieb in Lichtenwörth!

2. März 2010
In Lichtenwörth wurde 2008 ein Schweinemaststall für 1990 Tiere (ab 2000 Tieren besteht IPCC Genehmigungspflicht) errichtet.
Nun soll in unmittelbarer Nähe ein zweiter Stall für bis zu 2490 Tieren (ab 2500 Tieren Umweltverträglichkeitsprüfung) gebaut werden. Die Mitterndorfer Senke im burgenländisch-niederösterreichischen Grenzgebiet gehört zu den bedeutendsten Grundwasserreservoirs in Mitteleuropa und versorgt über 200.000 Menschen mit Trinkwasser - im Burgenland in den Bezirken Mattersburg und Eisenstadt Umgebung. Jetzt wird die Region auch zu einem Zentrum für große industrielle Schweinezuchtfabriken. Durch das Ausbringen von Gülle auf den Feldern hat die Nitratbelastung der Böden - und damit die Gefährdung des Grundwassers - bereits ein bedenkliches Ausmaß angenommen. Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland fordert daher gemeinsam mit anderen Mitstreitern in einer überparteilichen Plattform effektive Gegenmaßnahmen. Nun wird diese Plattform größer: Der Sozialdemokratische Gemeindevertreterverband Burgenland, der Sozialdemokratische Gemeindevertreterverband NÖ sowie Global 2000 sind dieser Palttform nun ebenfalls beigetreten und kämpfen gemeinsam gegen diese Politik der Agrarlobby die gegen die Interessen der Gemeinden und der Bevölkerung in NÖ und im Burgenland gerichtet ist. Das saubere Trinkwasser von mehr als 200.000 Personen ist durch diese Vorgangsweise gefährdet.
 
Der Präsident des bgld. Gemeindevertreterverbandes LAbg. Bgm. Ernst Schmid spricht sich dagegen aus, dass die Gemeinden auf den Problemen aufgrund zu hoher Nitrateinträge in das Grundwasser seitens der Landwirtschaft sitzen bleiben. Der burgenländische Gemeindevertreterverband kann nicht untätig zusehen, wie seitens der Agrarlobbyisten an den Kommunen vorbei gegen die Interessen der Bevölkerung agiert wird. Seitens des burgenländischen Gemeindevertreterverbandes hätte man sich gewünscht, dass sich der auf burgenländischer Seite zuständige Agrarlandesrat Ing. Falb-Meixner mehr für die Interessen der Wasserversorgung einsetzt. Dieses konkrete Problem kann man nicht mit "abwarten und nichts tun" lösen. 
 
Aber auch der zuständige Bundesminister  Berlakovich, der noch dazu Burgenländer ist, bezieht hier nicht klar Stellung pro Umweltschutz. Die besorgniserregende Entwicklung der Nitratwerte zeigt im Interesse der Daseinsvorsorge akuten Handlungsbedarf auf. In diesem Sinne wird sich der burgenländische Gemeindevertreterverband dafür einsetzen, dass die Wasserversorgung für die nächsten Generationen in qualitativer und quantitativer Hinsicht gesichert wird.
 
"Wir freuen uns darüber, so Schmid, dass eine bundesländerübergreifende Koalition mit den Gemeindevertretern aus Niederösterreich geschlossen werden konnte, um so gemeinsam dem Treiben der Agrarlobby einen Riegel vorzuschieben. Es darf nun gehofft werden, dass der Umweltsenat die Berufung der niederösterreichischen Umweltanwaltschaft im Sinne der überregionalen Wasserversorger entscheidet."


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