gvv Aktuell

Aus für "Schweinefabrik" in NÖ

15. Februar 2011
Gemeinsamer Erfolg für GVV, SPÖ, Wasserverband und Anrainergemeinden
Der geplante Bau einer Anlage zur industriellen Schweinezucht in Lichtenwörth an der burgenländischen Grenze ist vom Projektbetreiber zurückgezogen worden. Das geht aus einem Schreiben der BH Wiener Neustadt vom gestrigen Tag hervor. "Das ist ein großer gemeinsamer Erfolg des GVV Burgenland, der SPÖ Burgenland, des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland, der Bürgermeister der Anrainergemeinden und ihrer Bevölkerung! Unser Einsatz für den Schutz des Trinkwassers und gegen diesen drohenden Umweltskandal hat Wirkung gezeigt. Entscheidend war auch, dass wir mit Landeshauptmann Hans Niessl einen wichtigen Verbündeten an der Spitze der Landespolitik hatten, während der zuständige Umweltminister Berlakovich keinen Finger für die Interessen des Burgenlandes gerührt hat."
 
In Lichtenwörth - nahe der burgenländischen Grenze bei Neufeld - war bereits zum zweiten Mal eine überdimensionierte Schweinemastanlage mit knapp unter 2.500 Stellplätzen geplant. Das hätte - auch aufgrund der bestehenden Dichte an Schweinemastbetrieben im Umfeld - die Trinkwasserversorgung des gesamten Nordburgenlandes gefährdet: "Das aus den nahe gelegenen Brunnenanlagen in Neufeld gewonnene Wasser versorgt rund 150.000 Menschen in den Bezirken Mattersburg, Eisenstadt und Neusiedl. Ein in Auftrag gegebenes Expertengutachten hat bestätigt, dass die Nitratwerte bereits jetzt teilweise über den zulässigen Grenzwerten liegen."
Der GVV Burgenland hat schon zu Beginn mit dem Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland, den Bürgermeistern - vor allem Neufelds Ortschef Michael Lampel - sensibilisiert. Es gab eine einstimmigen Entschließung im Landtag, Unterschriftenaktionen, ein Drängen auf ein UVP-Verfahren bis hin zu einem Amtsbeschwerde-Ersuchen des Landeshauptmannes. Die Zurückziehung des Projektes zeigt, dass sich diese Argumente letztlich durchgesetzt haben.
Um einen neuerlichen Projekt-Anlauf zu verhindern, müsse jetzt rasch ein grenzüberschreitendes Wasserschongebiet errichtet werden - dafür sind im Burgenland bereits alle Ampeln auf "Grün". Außerdem müsste die notwendige Sanierung des Grundwasserkörpers eingeleitet werden.


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