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Mehr Frauen in die burgenländische Gemeindepolitik

5. Juni 2012
Frauenlandesrätin Verena Dunst richtet Aufruf an alle Parteien vor der Gemeinderatswahl
Die Ergebnisse einer umfassenden Studie zum Thema Frauen in der Kommunalpolitik präsentierte Frauenlandesrätin Verena Dunst am 5. Juni 2012 im Landhaus in Eisenstadt.  "Dass heute von 100 Gemeindepolitikern im Burgenland 19 Frauen sind, ist ein großer Erfolg", zollte Landesrätin Dunst den vielen engagierten Frauen Anerkennung. "Auch unsere mittlerweile neun Bürgermeisterinnen sind ein deutliches Signal und ein immens wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn 2010 waren es erst sechs Gemeindechefinnen."

Aber, so Dunst wörtlich, das Ziel ist klar: Wir brauchen weit mehr Gemeindepolitikerinnen im Burgenland und in ganz Österreich! Zuversichtlich stimmt die Frauenreferentin der Befund der neuen Studie, dass Frauen ihre Arbeit im Gemeinderat als sinnvoll und wirksam empfinden und zu einem höheren Prozentsatz als Männer auch wieder kandidieren würden. Angesichts der burgenländischen Gemeinderatswahlen im Herbst rief Dunst alle Parteien auf, so viele Frauen wie möglich für eine Kandidatur zu gewinnen und sie an wählbare Stelle zu reihen. Aber auch die Frauen müssten ihre Mitsprache einfordern und ihren Gestaltungswillen kundtun.

"Das Burgenland liegt mit 19 Prozent Frauenanteil in der Gemeindepolitik zwar über dem Österreich-Schnitt von 14 Prozent, aber weit hinter Spitzenreiter Wien mit 32 Prozent und auch unter dem EU-Schnitt von 27 Prozent. In Spanien, Lettland und Schweden sind es sogar über 40 Prozent Frauen", erklärte Studienautorin DI Dr.in Doris Damyanovic vom Institut für Landschaftsplanung der Universität für Bodenkultur in Wien.

"Ich freue mich über den positiven Trend im Burgenland. Aber es gibt noch viel zu tun. Für die SPÖ lautet das Ziel daher: 100 Gemeinderätinnen mehr", so Landesrätin Dunst, die selbst aus der Kommunalpolitik kommt. "Mein Appell gilt heute aber natürlich allen Parteien: Schluss mit den Ausreden! Es gibt genügend Frauen, die sich einmischen wollen. Wir müssen diese Frauen ermuntern, sich politisch zu engagieren. Wir müssen ihnen die Scheu nehmen vor dem Eintritt in eine Männerwelt!"

Ko-Autorin Mag.a Friederike Weber M.A. von der Unternehmensberatung prospect Research & Solution riet den Parteien, geeignete und engagierte Frauen direkt und persönlich anzusprechen: "Wir haben in unseren Interviews und Fragebögen gesehen, dass Frauen sich weniger durch das Amt an sich, als vielmehr über den Hinweis auf spezifische Kompetenzen und konkrete Handlungsfelder motivieren lassen."

"Die Beteiligung von Frauen an der Politik ist eine Voraussetzung für eine lebendige Demokratie im Burgenland und wesentlich für die Qualität der Kommunalpolitik", betonte Dunst: "Denn erst durch vielfältige Blickwinkel auf das Leben in einer Gemeinde ist gesichert, dass die Interessen aller Bewohner und Bewohnerinnen wahrgenommen werden und alle Chancen und Potentiale erkannt und ausgeschöpft werden."

Die Empfehlungen der Studie beinhalten zum einen Maßnahmen, wie Förderpläne und Quoten auf Wahllisten, zum anderen vermehrte Öffentlichkeitsarbeit, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Frauen, Politikerinnen-Netzwerke und ganz konkret Kandidatinnen-Workshops. Die Studie "Frauen in der burgenländischen Gemeindepolitik" basiert auf Daten von 2010. Die qualitative Erhebung in Form von Gesprächen mit Gemeindepolitikerinnen wurde 2011 durchgeführt.



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